Jetzt Steuerentlastung für Heimarbeit während der CoronaPandemie schaffen
Nr. 10/2020 22. Oktober 2020
In der Herbstzeit steigen die Corona-Infektionszahlen und es werden erneut strenge Auflagen
eingeführt. Wie bereits im Frühjahr schicken deshalb viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten wieder
in die Heimarbeit. Vor allem Familien haben jedoch häufig nicht so viel Wohnraum, dass sie sich
ein abgetrenntes häusliches Arbeitszimmer einrichten können.
In diesen Fällen fehlt immer noch eine gesetzliche Regelung, welche die Belastung für die Arbeit
zuhause berücksichtigt. Dabei müssen die Arbeitnehmer mit zunehmenden Belastungen beispielsweise für höhere Heizkosten während der kalten Jahreszeit rechnen. Weil außerdem noch
die Entfernungspauschale während der Heimarbeit wegfällt, werden viele Arbeitnehmer im kommenden Jahr steuerlich schlechter dastehen.
Der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BVL) hat gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund in einem Brief an den Bundesfinanzminister vorgeschlagen, während der
Corona-Pandemie einen monatlichen Pauschalbetrag von 50 Euro für die Heimarbeit einzuführen. Diese Pauschale entspricht etwa der Hälfte des Betrages für ein anerkanntes häusliches
Arbeitszimmer. Mit dieser Pauschale sollen auch die Arbeitnehmer ihre Belastungen berücksichtigen können, die nur ein Durchgangszimmer oder den Teil eines Wohnraumes beruflich nutzen
und bisher leer ausgehen.
Eine gesetzliche Regelung für die Zeit der Corona-Pandemie sollte mit dem Jahressteuergesetz
2020 erfolgen, fordert BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft. Das Gesetz wird derzeit im Bundestag
beraten. Der BVL hofft, dass die Vorschläge schnell geprüft und eine Regelung zur Entlastung
der betroffenen Arbeitnehmer aufgenommen wird.